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Bogenharfen, die ältesten Vertreter der Familie, waren bei den Sumerern
und in Ägypten zwischen 3000 und 2000 vor unserer Zeitrechnung bekannt.
Rahmenharfen, die fast völlig dem europäischen Kulturkreis zugerechnet
werden können, kamen im 9. Jahrhundert auf und entwickelten sich in
zwei Variationen in Irland und Schottland sowie auf dem europäischen
Kontinent.
Mit der Erfindung der Darmsaiten um etwa 1500 entwickelte sich eine größere
Form mit einer geraden Vorderstange, die mehr Spannung aufnehmen konnte.
Da die Musik vom 16. bis 18. Jahrhundert nach und nach einen größeren
Tonumfang verlangte, wurden kleine Haken angebracht, durch die die
Saiten einen Halbton höher gestimmt werden konnten; außerdem wurden
Pedale entwickelt, die mit den Haken (später dann drehende Scheiben)
durch Hebel und Drähte in der Vorderstange verbunden waren.
Die 1720 entwickelte Pedalharfe konnte die Tonhöhe der betreffenden
Saiten um einen Halbton erhöhen, wodurch die Harfe in vielen, wenn auch
nicht allen, Tonarten gespielt werden konnte. Bedeutende Harfenwerke
schrieben u. a. Händel, Mozart, Hindemith, Henze und Berio.
Harfe und Harfenspieler genossen im Mittelalter hohes soziales Prestige,
und das Instrument hatte entsprechende symbolische Bedeutung;
beispielsweise wurde die Harfe in das irische Wappen aufgenommen. Zur
historisch geschichtlichen Bedeutung der Harfe in Irland sei allerdings
erwähnt, dass nachdem die Iren ihre letzte Schlacht, die Battle of
Kinsale 1601 gegen die Invasoren verloren hatte, Queen Elisabeth
verfügte, dass alle Barden und Harfenspieler verfolgt wurden und
aufgehängt werden sollten. Oliver Cornwell verbot die Bardenschule und
verurteilte damit die lebendige Tradition zum Tode. Gerade aufgrund
dieses geschichtlichen Ereignisses wurde die Harfe zum Symbol des
Widerstandes, ist auf den irischen Münzen zu sehen und wurde als
Nationalzeichen für Irland erhoben.
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